Jagdschloss Paulinzella
Jagdschloss Paulinzella

Klosterruine und Museum

Die Klosterkirche Paulinzella

Die Ruine der Klosterkirche in Paulinzella gehört zu den bedeutenden romanischen Bauwerken in Deutschland. Zwischen 1102 und 1105 gründete die sächsische Adelige Paulina im Rottenbachtal ein Kloster, das zunächst aus wenigen Holzbauten und einer kleinen Kapelle bestand. In dieser Zeit begann auch der Bau der Klosterkirche, die im Jahre 1124 geweiht werden konnte. Nach der Einführung der Reformation in der Grafschaft Schwarzburg wurde das Kloster 1534 aufgehoben, acht Jahre später gingen die Güter in den Besitz des Grafen Günther XL. von Schwarzburg (1499—1552) über. Paulinzella war nunmehr ein gräfliches Vorwerk. Südwestlich der Klosterkirche entstand bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts ein Jagdschloss, das die Grafen und späteren Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt nutzten. Besondere Bedeutung erlangte die Ruine der Kirche um 1800 für die romantische Hinwendung zur Vergangenheit. Das Denkmal der Nachwelt zu erhalten, wurde zum Anliegen des aufgeklärten Bürgertums und zu einer Verpflichtung, der auch das Fürstenhaus von Schwarzburg-Rudolstadt Rechnung trug. Im 19. und 20. Jahrhundert sicherten zahlreiche denkmalpflegerische Arbeiten die Ruine der Klosterkirche.

Das Museum

Nach der Sanierung des unmittelbar an der Klosteranlage gelegenen Jagdschlosses durch die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten konnte 2002 im Hauptgeschoss des Gebäudes auf einer Fläche von 350 qm eine umfangreiche Ausstellung zur Kloster-, Forst- und Jagdgeschichte durch das Thüringer Landesmuseum Heidecksburg eingerichtet werden. In der Präsentation belegen zahlreiche Exponate die wechselvolle kulturgeschichtliche Entwicklung des Klosterkomplexes. Darüber hinaus zeigen sie die Bedeutung Paulinzellas für das Jagd- und Forstwesen auf. Unter den Ausstellungsobjekten sind hervorzuheben:

  • Korkmodelle der Klosteranlage aus der Zeit um 1810
  • Dachziegel des 12. Jh. aus der Eindeckung der Klosterkirche
  • Grabplatte eines Abtes, 12. Jh.
  • Reliquienschatz Oberwirbach
  • Messbuch von 1493
  • „Woldradusstein“ um 1200
  • Romanischer Altarleuchter um 1200
  • Reich verzierte Ofenkacheln, um 1500
  • Münzprägungen (Brakteaten) aus der Klosterzeit

 

  • Modelle: Meilenköhlerei, Eingestelltes Jagen, Floßrechen, Tiergärten um Paulinzella
  • Kostbare Jagdwaffen des 17. und 18. Jh.
  • Wolf- und Bärenfallen
  • Forstkarten des 18. Jh.
  • Schriften von Carl Christoph von Lengefeld

 


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