Die Baumeister

Johann Christoph Knöffel (1668—1752)

Johann Christoph Knöffel um 1750

Über die Ausbildung des in Dresden geborenen Architekten ist nur wenig bekannt. Knöffel erlernte 1698 das Maurerhandwerk und wurde um 1710 im Dresdner Oberbauamt tätig. Hier sammelte er große baupraktische Erfahrungen und studierte als Autodidakt die Architekturtheorie seiner Zeit. Knöffels erste Arbeit als entwerfender Architekt war die Anlage von Schloss und Garten in Heidenau-Großsedlitz für Graf von Wackerbarth in den Jahren 1719/20. Seitdem vollzog sich Knöffels Aufstieg innerhalb der Hierarchie des Oberbauamtes. 1722 wurde er zum Landbaumeister ernannt und 1728 erfolgte seine Berufung zum 3. Oberlandbaumeister neben Pöppelmann und Longuelune. Nach 1733 erweiterte sich Knöffels Aufgabenbereich und nach dem Tod Pöppelmanns im Jahre 1738 leitete er das Oberbauamt. Bei aller notwendigen Verwaltungsarbeit gelang es Knöffel einer umfangreichen Planungs- und Bautätigkeit nachzugehen. Vor allem der einflussreiche Graf Brühl zog Knöffel zu allen seinen Bauvorhaben in Sachsen heran. Knöffels Werk prägte die Entwicklung der sächsischen Baukunst vom Barock zum Rokoko. In seinen Bauten verbinden sich die Traditionen Dresdner Barockbaukunst mit dem Einfluss der französischen Architekturtheorie des 17. Jahrhunderts.
Nach dem Schlossbrand der Heidecksburg von 1735 entwarf Knöffel die Baugestalt des neuen Westflügels und führte bis 1742 den Rohbau aus.

 

Gottfried Heinrich Krohne (1703—1756)

Krohne auf einer Supraporte im Grünen Saal

Wie bei Knöffel ist über den Ausbildungsweg des 1703 in Dresden geborenen Gottfried Heinrich Krohne nur wenig überliefert. Immerhin dürfte er eine Ausbildung im Bauhandwerk erfahren haben und erste Erfahrungen bei dem Leipziger Baumeister David Schatz gesammelt haben. Auch für Kontakte Krohnes zu George Bähr, dem Erbauer der Frauenkirche in Dresden, gibt es Anhaltspunkte, zumal dessen Frau Magdalena die Taufpatin Krohnes war. Im Alter von 23 Jahren erhält Krohne von Herzog Wilhelm Ernst von Sachsen-Weimar eine Stelle als Hofbaumeister. Im Jahre 1726 veränderte er den Turm des Weimarer Schlosses und bekrönte diesen mit Haube und Laterne. Zu Studienzwecken hielt sich Krohne im Sommer 1729 in Wien auf und siedelte Ende des Jahres endgültig nach Weimar um.

Unter dem seit 1728 regierenden Herzog Ernst August I. von Sachsen-Weimar begann Krohnes Aufstieg zum Landesbaumeister. Entscheidend für Krohnes Werk war die Bauleidenschaft seines Landesherren. So schuf Krohne zahlreiche Lustschlösser und Jagdhäuser, darunter Schloss Belvedere und das Dornburger Rokokoschloss. Nachdem 1741 das Herzogtum Eisenach an Ernst August von Sachsen-Weimar gefallen war, wurde Krohne auch für Sachsen-Eisenach Landesbaumeister. So wurde unter seiner Leitung das Stadtschloss in Eisenach errichtet und das Jagdschloss Wilhelmstal umgebaut.

Nach der Entlassung des Baumeisters Johann Adolph Richter wurde Krohne zum Oberlandbaumeister für das Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach ernannt. Sein Rat war aber auch in anderen Herrschaftsgebieten gewünscht und für viele Bauprojekte schuf er Pläne. So übernahm Krohne 1742 auch die Innenarchitektur der Festsäle der Heidecksburg, seine letzte große Bauaufgabe und zugleich Krönung seines Lebenswerkes. 

 


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