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Anna Luise von Schwarzburg, 1910

"Momentan haben wir einen jungen Weimaraner Bildhauer Zauche hier, der eine Büste von mir machen soll; er scheint ganz geschickt zu sein." (SWKK GSA 72/ BW 5056. 1. Brief vom 21.6.1910) - Arno Zauche kam Mitte Juni 1910 nach Schwarzburg, um Anna Luise (1871-1951) zu porträtieren. Als Atelier wurde ihm ein Raum im Schwarzburger Schloss zugewiesen. Obwohl die Fürstin in der Folgezeit regelmäßig Sitzungen beim Bildhauer wahrnahm, fotografierte er sie zunächst für die Anfertigung der Urform. Ihrem Tagebuch ist genau zu entnehmen, wann sie dem Künstler Modell saß, wann die Gipsform angefertigt wurde und an welchen geselligen Stunden Zauche im Kreise der Hofgesellschaft teilnahm. Gleichzeitig entstand während dieser Wochen eine Reliefplastik der Fürstenmutter Mathilde von Schwarzburg-Rudolstadt. Beide Werke befinden sich heute im Sammlungsbestand des Thüringer Landesmuseums Heidecksburg. Arno Oswald Zauche (1875-1941),
 Anna Luise von Schwarzburg,
 Gips 1910,
 Inv.Nr. P 154 [Foto: Jens Henkel,
 Ausstellung 2005]
Arno Oswald Zauche (1875-1941) hatte in Stuttgart und München studiert. Er war Schüler Adolf von Donndorfs, der 1876 von Weimar nach Stuttgart übergesiedelt war. Als Ehrenbürger der Stadt Weimar  - Donndorf stiftete 1895 seiner Geburtsstadt den nach ihm benannten Brunnen - wurde für ihn 1907 das Donndorf-Museum (1945 zerstört) in der Amalienstraße errichtet, das eine umfangreiche Sammlung des Künstlers enthielt. In diesem Museum besichtigte Anna Luise von Schwarzburg 1911 eine kleine Ausstellung, in der neben Werken von Zauche auch Arbeiten der Maler Hermann Graf und Otto Fröhlich gezeigt wurden.
Ab den 1920er Jahren arbeitete Zauche unter anderem für die Schwarzburger Werkstätten für Porzellankunst in Unterweißbach. Neben der Ausformung einer Goethebüste sowie eines reitenden Indianers modellierte er vorwiegend Tierplastiken. Aus Zauches Gesamtwerk seien, abgesehen von den Porträtaufträgen für das schwarzburgische Fürstenhaus, das Landesdenkmal für Karl Günther von Schwarzburg-Sondershausen auf dem Langen Berg südöstlich von Gehren (1905), der Lohbrunnen in Sondershausen (1903) sowie die Plastik „Mutter und Kind“ (1938) am Fröbelhaus in Oberweißbach genannt.
 

[aus: Doreen Winker/ Dieter Marek, Anna Luise von Schwarzburg. Ein Leben in Bildern aus ihrem photographischen Nachlaß, Rudolstadt 2005, S. 92. Das Buch erschien im Zusammenhang mit der gleichnamigen Ausstellung im Thüringer Landesmuseum Heidecksburg und im Schlossmuseum Sondershausen.]

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Buchcover: Schloss Heidecksburg. Die Sammlungen

Schloss Heidecksburg.
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