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Die Motorradfahrerin von Otto Kramer, 1926

Otto Kramer, Motorradfahrerin, Schwarzburger Werkstätten für Porzellankunst 1926Im Modellverzeichnis der Schwarzburger Werkstätten für Porzellankunst sind über 150 Porzellane vom Rudolstädter Bildhauer Otto Kramer (1890-1978), einem Neffen Hugo Meisels (1887-1966), erfasst. Im Zeitraum von 1917 bis 1931 schuf Otto Kramer vor allem Frauenfiguren, aber auch Ziergefäße in Formen, die den Zeitgeist widerspiegeln. Charakteristisch für ihn sind tanzende Frauenfiguren in unterschiedlichsten Posen: kniend oder stehend, in gedrehter Körperhaltung oder mit Armen gestikulierend, die in ihrer körperlichen Enthüllung erotische Animation vermitteln. Mit farbenkräftigen Dekoren werden seine gezackten, getreppten sowie stilisierten Linienführungen betont.

Die Motorradfahrerin mit der Mod.Nr. U 577 von 1926 gehört zu der einzig bekannten Ausformung der Schwarzburger Werkstätten für Porzellankunst. 1983 kam die Figur als Ankauf in die Sammlung des Thüringer Landesmuseum Heidecksburg und ist in der Porzellangalerie ausgestellt. Eindrucksvoll gelang es Otto Kramer in seiner expressiven Gestaltung das Motiv einer Frau, die Motorrad fährt, umzusetzen. Das Modell zeichnet sich durch eine energische Dynamik aus: ihr breiter Schal weht hoch im Fahrtwind, ihr Blick wendet sich über die linke Schulter zu den Abgaswolken ihres Fahrzeuges zurück, als ob sie an einem Rennen teilnimmt.
 

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Buchcover: Schloss Heidecksburg. Die Sammlungen

Schloss Heidecksburg.
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