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Falkonettrohr, 1522

Seit dem 16. Jahrhundert ist das Geschütz im Bestand des “Schwarzburger Zeughauses” nachweisbar und vermutlich 1522  im Zusammenhang mit den Ereignissen des Bauernaufstandes erworben, der im schwarzburgischen Frankenhausen am 15. Mai 1525 seinen grausamen Höhepunkt fand. Wie aus der Beschriftung eines vergleichbaren Stückes hervorgeht, kommt als Auftraggeber der für auswärtige Mächte in Heeresdiensten stehende Graf Balthasar von Schwarzburg-Leutenberg (1453-1525) in Frage. Falkonettrohr, 1522
 
Den Boden des Bronzerohres (Länge 213 cm) schmückt das schwarzburgische Wappen mit aufgerichteten Löwen und den Schildhaltern “wilder Mann” und “wilde Frau”. Darüber in fliegendem Band bezeichnet “E + P + 1522 + G + M” [Endres Pegnitzer Goß Mich], womit das Rohr als Arbeit des Nürnberger Geschützgießers Endres Pegnitzer d. Ä. (gest. 1544) ausgewiesen werden kann. Der Pfannendeckel zeigt einen reliefierten Löwen und ein eingraviertes “A” über dem Zündloch. Die Lafette hat sich nicht erhalten.

 

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