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Galakleid der Fürstin Anna Luise von Schwarzburg-Rudolstadt, 1903-1908

Im Herbst 2013 ist es dem Museum Heidecksburg gelungen, einige persönliche Erinnerungsstücke an das Fürstenhaus Schwarzburg-Rudolstadt aus dem Nachlass des ehemaligen Leibjägers Ferdinand Herms (1871-1946) als Schenkung zu erhalten. Herms war bis zum Tod des Fürsten Günther Victor im Jahre 1925 als dessen Leibjäger angestellt, anschließend fungierte er als Schlosskastellan. Die Schenkung erfolgte durch Gabriele Hold (geb. Nein), deren Tante Marianne Herms die Tochter des Leibjägers war. Galakleid der Fürstin Anna Luise von Schwarzburg-Rudolstadt, 1903-1908

Unter den Erinnerungsstücken befand sich auch ein prachtvolles und relativ gut erhaltenes Galakleid aus Naturseide, Taft und Chiffon gearbeitet, dessen Etikett auf einen Kauf in Wien verweist. Dazu gehört ein prunkvoller Überwurf, der Schultern und Oberarme bedeckt, das Dekolleté aber frei lässt. Dieser ist wie der Gürtel und ein Besatz am Saum in fantasievollen Motiven mit Perlen bestickt. Das Kleid dürfte aus der Zeit zwischen 1903 bis 1908 stammen und weist die typischen modischen Merkmale der sogenannten S-Linie oder auch Sans-Ventre-Linie (frz. ohne Bauch) auf. Zudem wurde unbedingt das S-Linienkorsett getragen, welches den Körper in die gewünschte Silhouette formte. Das heißt Brust nach oben und vorn und die Hüften nach hinten gedrückt, so dass von der Seite betrachtet der Körper ein S bildet.

Nach entsprechender konservatorischer und restauratorischer Aufarbeitung wäre es wünschenswert, das Kleidungsstück in den ehemaligen Wohnräumen der Fürstin auf der Heidecksburg öffentlich zu präsentieren.
 

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Schloss Heidecksburg.
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