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Heraldischer Himmelsglobus von Erhard Weigel, 1689

Erhard Weigel (1625-1699), Mathematikprofessor und kurzzeitig Rektor an der Universität Jena, gehörte zu den bekanntesten Astronomen seiner Zeit. Von ihm haben sich nur einige, wenige Himmelsgloben erhalten, von denen einer zu den Sammlungen der Heidecksburg gehört. Auf einem Holzgestell ruht der aus Kupferblech gefertigte Globus (Durchmesser: 35 cm) und wird von einem Messingmeridianring umgeben.

Bei der Herstellung eines Himmelsglobus diente die Erde als gedachter Mittelpunkt. So war es möglich, die Konstellation der Sterne zur Erde dreidimensional wiederzugeben. Jedoch ersetzte Weigel bei dem Rudolstädter Exemplar von 1689 einige zu seiner Zeit übliche antike Sternbilder durch Wappen europäischer Fürsten, bedeutender Stadtrepubliken und Ständesymbole. Eine weitere Besonderheit ist die Wiedergabe der wichtigsten Sternbilder des Nordhimmels im Inneren. In die Hauptsterne sind winzige Löcher eingestochen worden, um seitenrichtig den Sternhimmel sehen zu können. Dazu wurde der Globus gegen das Licht gehalten und durch Öffnungen auf der Südhalbkugel war diese Sternkarte sichtbar. Heraldischer Himmelsglobus von Erhard Weigel, 1689 (Detail, Inv.Nr. Kg 427)

Die "Doppelrelief"-Globen, die wie in unserem Fall meistens keinerlei Beschriftung aufweisen, gelten als Widmungsausgabe. Leider konnte bisher noch nicht nachgewiesen werden, wie der Globus in den Besitz der Rudolstädter Grafen gelangte. Vermutlich war er für Albert Anton von Schwarzburg-Rudolstadt (1641-1662-1719) bestimmt. Beziehungen zu Jena und speziell zur Universität, an der Erhard Weigel lehrte, bestanden allein schon durch die Räte und Juristen des Grafen.

 

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