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Kartenspiel, 1617

Als Sammlerstück 1617 gefertigt, gehörte das Kartenspiel zur Ausstattung einer Kunst- und Wunderkammer. Es diente wie andere Pretiosen dem Zeitvertreib und konnte durch seine ikonographischen Spitzfindigkeiten zur Belustigung beitragen. Zum Spielen war es nicht geeignet, da die Rückblätter uneinheitlich gestaltet sind und die Karten keine besonders hohe Stabilität aufweisen. Die Blumenmotive der Rückseiten sind im Gegensatz zu den kolorierten Kupferstichen der Vorderseiten frei Hand gemalt worden. Kartenspiel, 1617

Neben einer kleinen Geschichte des Kostüms vermitteln die 48 Karten heute noch dem Betrachter einen Teil der Kultur- und Sittengeschichte jener Zeit. Kavaliersszenen (Herz), Jagd (Laub), Komödie (Schelle) und Festkultur (Eichel) zeigen das Leben am Hofe. Antike Gottheiten, wie Ceres und Venus, nehmen Bezug auf die in der Renaissance. Blumenmotive verraten die Begeisterung für “exotische” Pflanzen und die Bedeutung der Gärten, in denen diese Raritäten anzutreffen waren.
Über den Kupferstecher des Spiels können nur Vermutungen angestellt werden, doch gibt es stilistische Bezüge zum Holzschnittbrett des Kartenmachers Hauck oder das des Verlegers Johannes Brinckmann.

 

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