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Kruzifix aus der Kirche zu Thälendorf

Die plastische Darstellung der Kreuzigung gehört zu den zentralen Themen des christlichen Bilderkreises. Das Kruzifix aus Thälendorf, einer kleinen Gemeinde in der Nähe von Bad Blankenburg, zeigt die Qualen des Gekreuzigten und vermittelt ergreifend die Passion Christi. Es gehört zu einer Gruppe qualitätvoller thüringischer Bildwerke, die in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts entstanden. Kruzifix aus der Kirche zu Thälendorf,
 Thüringen,
 um 1450
Christus, mit einem Lendentuch bekleidet, wird in seinem ganzen Leiden gezeigt. Das von der Dornenkrone verletzte Haupt neigt sich blutüberströmt zur Seite. An den Wundmalen der Kreuzigung sowie an der Seitenwunde sind so genannte Blutrosen ausgebildet, die das Erleben des Schmerzes unterstreichen sollen. Ein auf der Hüfte sitzendes Lendentuch mit tiefen Schüsselfalten reicht bis auf beide Knie und lässt die Formen der Oberschenkel hervortreten. Weniger Wert wurde auf die plastische Ausbildung der Hände und Füße gelegt.
Der aus Lindenholz gefertigte Corpus mit der erhaltenen Fassung dürfte um 1450 entstanden sein. Das Kreuz, an dessen quadratisch ausgebildeten Enden die Evangelistensymbole aufgemalt waren, ist wohl früher entstanden.
 

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