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Ludwig Friedrich I. von Schwarzburg-Rudolstadt von Seivert Lammers, um 1691

Im November 2015 wurde durch das Kunst- und Auktionshaus Schlosser in Bamberg ein Ölgemälde mit dem Porträt des ersten Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt, Ludwig Friedrich I. (1667-1710-1718) angeboten. Bei dem Bild handelt es sich um ein Kniestück, das den Dargestellten in einer sehr repräsentativen Haltung zeigt. Ludwig Friedrich, Seivert Lammers (1648 – 1711), Ludwig Friedrich I. von Schwarzburg-Rudolstadt (1667 – 1710 – 1718), Öl auf Leinwand um 1691 (Inv.Nr. M 1106)der sich mit seinem linken Arm auf einen prächtigen Helm stützt, trägt eine goldverzierte Prunkrüstung. Sämtliche Accessoirs der Kleidung, wie die dominante rote Fliege, aber auch die wallende Allongeperücke, lassen die neueste französische Mode erkennen. Diese war ihm durchaus vertraut, denn als Erbprinz unternahm er 1687/ 88 eine Kavalierstour nach Frankreich, wo er in Versailles von König Ludwig XIV. empfangen wurde und in Paris mit seinem späteren Schwiegervater Herzog Friedrich I. von Sachsen-Gotha-Altenburg zusammen traf. Diese biographischen Anhaltspunkte sind für die Datierung des Gemäldes von großer Bedeutung, zumal auf dem Gemälde die Symbole fürstlicher Macht nicht dargestellt sind. Allerdings trägt Ludwig Friedrich den dänischen Elefanten-Orden, den auch sein Schwiegervater 1678 verliehen bekam.

In Anbahnung der Vermählung mit Anna Sophie, der Tochter des Herzogs Friedrich I., die 1691 auf Schloss Friedenstein in Gotha stattfand, erscheint es denkbar, dass Ludwig Friedrich durch Vermittlung des Gothaer Herzogs in dieser Zeit auch den Elefanten-Orden erhielt. Damit könnte das als Repräsentationsbild gedachte Gemälde bereits um 1691 entstanden sein. Die rückseitige Beschriftung des Bildes: »Fürst z. Schw:burg.k. Rudolstadt / Prinz: z.S. Gotha / Gemahl« dürfte erst nach der Fürstung im Jahre 1710 vorgenommen worden sein. Durch den Freundeskreis Heidecksburg e. V. konnte der Ankauf des für die Residenzgeschichte wichtigen Gemäldes getätigt werden. Das Porträt fand einen Platz in den Festräumen und kann während der Führung betrachtet werden.

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