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Sechs Dosen von Emanuel Josef Margold, 1915/16

Die Firma Bahlsen Hannover ließ zwischen 1913 und 1919 durch junge Künstler mit neuen Ideen für Form und Farbe neben Blech- und Papierdosen  auch gelegentlich exklusivere Behältnisse in Kupfer, Keramik oder Porzellan gestalten. Diese dienten vorwiegend für Ausstellungs,- Dekorations,- und Geschenkzwecke. Bekannt wurden nach dem Erscheinen des Werkverzeichnisses der Schwarzburger Werkstätten für Porzellankunst  (2013) sechs Dosen, die Emanuel Josef Margold (1888-1962) für die Firma Bahlsen entwarf. Margold studierte an der Kunstgewerbeschule Mainz und an der Akademie der bildenden Künste Wien in der Meisterschule für Architektur bei Josef Hoffmann (1870-1956), einem Gründungsmitglied und Hauptvertreter der Wiener Werkstätte. Bahlsen GmbH & Co. KG | Foto: Jeanette Lauterbach (2016)

Die von Margold entworfenen sechs Porzellandosen der Schwarzburger Werkstätten bestechen durch phantasievolle Formgebungen und ausgefallene Kontraste in der reduzierten Farbgestaltung. Neben der geprägten Fuchsmarke und vereinzelt einer Modellnummer befindet sich ein Firmenstempel, rechteckig mit gezacktem Rand und dem Schriftzug "H BAHLSEN S/ KEKSFABRIK/ HANNOVER". Die verhältnismäßig kleinen Dosen haben Ausmaße von ca. 10 bis 15 cm in der Höhe oder im Durchmesser. Eine eingeschränkte Nutzbarkeit als "Keksdose", die aufwendige Herstellung und nicht zuletzt die extreme Seltenheit lassen auf eine Ausführung in geringer Stückzahl schließen. Es ist vorstellbar, dass nur ein  ausgewählter, enger Kundenkreis mit solch einem Geschenk und darin enthaltenen erlesenem Konfekt bedacht wurde.

Von April bis September 2016 stellen freundlicherweise die Firma Bahlsen GmbH & Co. KG sowie eine Privatperson ihre exklusiven Porzellandosen als Leihgabe dem Thüringer Landesmuseum Heidecksburg zur Verfügung und können in der Porzellangalerie des Residenzschlosses Heidecksburg  bewundert werden.

 

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