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Seychellen-Riesenschildkröte aus dem Tierpark Berlin

Die Seychellen-Riesenschildkröte Aldabrachelys gigantea (Schweigger, 1812) kommt in freier Wildbahn lediglich auf dem Aldabra-Atoll der Seychellen vor, hauptsächlich auf der Hauptinsel Grande Terre, und ist in ihrem natürlichen Bestand gefährdet. Sie stellt die letzte überlebende Art der Riesenschildkröten dar, die einst auf Madagaskar und den Seychellen heimisch waren. Gezielte Schutzmaßnahmen machten es jedoch möglich, den Fortbestand dieser Art bis heute zu sichern.

In unserer hauseigenen Werkstatt ist durch die hervorragende Arbeit unserer Präparatorin Anett Rode-Weingarten 2016 ein besonders faszinierendes Präparat der seltenen Seychellen-Riesenschildkröte entstanden, nachdem diese nach ihrem Ableben aus dem Tierpark Berlin in unser Naturhistorisches Museum gelang. Bei diesem imposanten Exemplar handelt es sich um ein stattliches Männchen mit einer Panzerlänge von 89 cm. Das Präparat wird voraussichtlich ab Herbst 2017 in einer Sonderausstellung des Naturhistorischen Museums Rudolstadt zu sehen sein. Seychellen-Riesenschildkröte Aldabrachelys gigantea (Schweigger,
 1812)

Die Seychellen-Riesenschildkröten gehören zu den Echten Landschildkröten und können weit über 100 Jahre alt werden, sodass sie zu den langlebigsten Tieren der Welt zählen. Sie ernähren sich hauptsächlich herbivor, d.h. von Gräsern, Kräutern und verschiedensten Blättern. Kleinere Wirbellose oder gelegentlich Aas wird jedoch auch nicht verschmäht. Die Männchen sind deutlich größer als die Weibchen und erreichen maximale Panzerlängen von etwa 120 cm bei einem Gewicht von bis zu 250 kg. Während der Fortpflanzungszeit legen die Weibchen bis zu 15 Eier in Erdgruben ab. Je nach Populationsdichte der Schildkröten schwankt die Anzahl der Eier, wobei bei einem dichten Vorkommen der Tiere weniger Eier abgelegt werden, als in schwach besiedelten Gebieten. Nach etwa acht Monaten schlüpfen die jungen Schildkröten und benötigen folglich bis zu 30 Jahre, um selbst die Geschlechtsreife zu erreichen.

Eine Besonderheit der Seychellen-Riesenschildkröte ist unter anderem die Anatomie der Nasenlöcher und -gänge, die es ermöglicht, die Nasenhöhle zu verschließen. Auf diese Weise ist es der Schildkröte möglich, durch ihre Nasenlöcher Wasser zu „trinken“. Dies stellt eine Anpassung an den trockenen Lebensraum der Riffinseln dar, sodass selbst flache Wasserreste genutzt werden können.

Präparat und Foto: Anett Rode-Weingarten

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