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Uferlandschaft, Radierung der Charlotte von Lengefeld, 1790

In den zeremoniellen Räumen des Schlosses Heidecksburg wurden im September bis Oktober 2012 neben anderen Orten in Mitteldeutschland und Österreich wichtige Szenen für den Film »Die geliebten Schwestern« gedreht. Ausgangspunkt für den Film ist die Freundschaft des Dichters Friedrich Schiller zu den Schwestern Charlotte von Lengefeld und Karoline von Beulwitz in der beschaulichen Residenz Rudolstadt. Der Film thematisiert die von Liebe geprägte Beziehung, die sowohl emotional als auch intellektuell von entscheidendem Einfluss auf Leben und Werk des Klassikers war. Am 30. Juli 2014 startete der Film »Die geliebten Schwestern«, entstanden unter der Regie von Dominik Graf mit Hannah Herzsprung, Henriette Confurius und Florian Stetter, in den deutschen Kinos.
In diesem Zusammenhang stellen wir aus dem Bestand der graphischen Sammlung ein unscheinbares kleines, aber kulturgeschichtlich interessantes Landschaftsbild, signiert mit »Lotte Lengefeld fec.«, vor. Uferlandschaft, Radierung der Charlotte von Lengefeld, 1790 (Inv.Nr. Gr 1501/65)Charlotte von Lengefeld (1766-1826), die in engem Kontakt mit ihrer Patentante Charlotte von Stein stand, traf im Dezember 1789 mit Johann Heinrich Lips in Weimar zusammen. Begabte Laien der besseren Gesellschaft suchten den Kontakt zu professionellen Künstlern wie Lips, um von ihnen zu lernen. In einem Brief der Charlotte von Lengefeld an Friedrich Schiller vom 27. Januar 1790 geht hervor, dass sie unter Anleitung von Lips Radierungen fertigte: »... Ich habe angefangen an einer Platte zu zeichnen, die ich radiren soll, unter seiner Aufsicht, ich habe einen großen Trieb zu dieser Kunst, und ich möchte gar gern es zu etwas bringen, auch glaube ich es würde mir gelingen; wenn er uns dann und wann besuchte in Jena, so könnte er mir noch vieles sagen. Wenn ich doch zu deine Werke die Platten machen könnte, in Zukunft, es wäre gar artig, nicht wahr« (W. Fielitz, op.cit. II, 1879, S. 265, Kruse 1989, S. 176f).
Am 22. Februar 1790 heirateten Charlotte von Lengefeld und Friedrich Schiller. Sie wohnten zunächst in Jena und später in Weimar. Wenn es die Zeit erlaubte, führte sie ihr Weg immer wieder nach Rudolstadt. Ihr Interesse für die bildende Kunst blieb ungebrochen. Mit Fürstin Karoline Louise von Schwarzburg-Rudolstadt debattierte sie über zeitgenössische Kunst.
 

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Schloss Heidecksburg.
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