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Wirtshausschild "Zur Güldenen Gabel", 1713

Das aus mehreren Eisenblechen zusammengenietete Schild trägt auf beiden Seiten mit goldener Farbe die Inschrift "Zur güldenen Gabel", darunter in goldener Farbe eine Gabel mit zwei Zinken. Auf einer Seite steht die Jahreszahl "Anno 1713.", auf der anderen die Inschrift "Renov: 1769.". Zur Aufhängung des Schildes dienten zwei Ösen, die noch am oberen Schildrand erhalten sind. Das umlaufende, schmiedeeiserne Rankenwerk ist nur in kleinen Bruchteilen erhalten, so dass man die einstige Schönheit nur erahnen kann.

Das Gasthaus "Zur Güldenen Gabel" mit Übernachtungsmöglichkeiten und dazugehörigem landwirtschaftlichem Betrieb war lange Zeit die erste Adresse für Reisende in Rudolstadt. 1711 beauftragte Fürst Ludwig Friedrich I. von Schwarzburg-Rudolstadt den Bau des Gasthauses am Rande der damaligen Stadt, der heutigen Schillerstraße 1/ Ecke Marktstraße. Zu dieser Zeit hieß die Gegend "Neue Neustadt" und wurde ab 1767 zur "Neuen Gasse" umbenannt. Wirtshausschild "Zur Güldenen Gabel",
 1713,
 Inv.Nr. Kg_0138Einer der berühmten Gäste in der "Güldenen Gabel" war Friedrich Schiller. Er ritt am 6. Dezember 1787 aus Richtung Ilmenau kommend mit seinem Freund Wilhelm Ernst von Wolzogen die damalige Neue Gasse herunter und kehrte dort ein. Zum 100jährigen Jubiläum der erstmaligen Übernachtung Friedrich Schillers in Rudolstadt erfolgte 1887 die feierliche Umbenennung in "Schillerstraße". Wirtshausschild "Zur Güldenen Gabel",
 1713,
 Inv.Nr. Kg_0138

Die Form der zweizinkigen Gabel, wie auf dem Wirtshausschild abgebildet, stammt aus dem Wappen der Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt. Es handelt sich um eine Schürfgabel zum Abbau von Erzen. Sie findet sich ebenso als Kennzeichnung z.B. auf Volkstedter Porzellanen oder Waffen des Schwarzburg-Rudolstädter Fürstenhauses wieder. Gasthaus "Zur Güldenen Gabel" Foto: Hugo Lösche

2010 wurde eine Kopie dieses Schildes angefertigt und ist am Eckhaus der Schillerstraße angebracht.

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