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Fakten rund um die Heidecksburg

In dieser Rubrik finden Sie Wissenswertes über die Heidecksburg, über die Grafen und Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt und über den Barock.

Die Bezeichnung »barock« leitet sich vom portugiesischen »barroca« ab, was in etwa soviel wie »schiefrunde Perle« bedeutet. Als Epoche des Barock bezeichnet man in Europa die Zeit zwischen dem 17. und dem Anfang des 18. Jahrhunderts. Die überreich verzierte, schwungvolle, barocke Architektur diente vor allem der Repräsentation, als Ausdruck der uneingeschränkten Macht weltlicher oder kirchlicher Herrscher.

In der Spätphase des Barock, etwa 1720 bis 1780, auch Rokoko genannt, rückte der absolute Herrschaftsanspruch des Souveräns in den Hintergrund, das Private gewann an Bedeutung. In der Architektur äußerte sich dieser Wandel in wohnlicheren Räumen, die statt barocker Schwerfälligkeit mit einem hellen, verspielt-eleganten Ambiente aufwarteten. Besonders charakteristisch für das Rokoko ist das muschelförmige Dekor, die »Rocaille«, welche dieser Epoche ihren Namen verlieh.

Wann und warum die Namensgebung erfolgte ist bis heute weitgehend unklar. Noch vor 200 Jahren waren Historiker der Meinung, dass dies mit der Lage der mittelalterlichen Burg an der Ecke der »Rudolstädter Heide« im Zusammenhang stünde. Heute geht man davon aus, dass diese Benennung ein »Kunstbegriff« ist, der als sprachliches Pendant eine Anspielung auf das heute nicht mehr existierende Arnstädter Schloss »Neideck« des schwarzburgischen Grafen Günther XLI. darstellt.

Der Begriff »Heidecksburg« lässt sich erstmals nachweisen, als im Jahre 1662 in einer Druckschrift anläßlich einer Erbhuldigung die »Residenz Heydekk« erwähnt wird.

In Ermangelung einer eigenen deutschen Nationalhymne wurde der Marsch »Hoch Heidecksburg« in den Jahren nach 1945 zu Staatsempfängen gespielt. Dieser schmissige Marsch mit seiner eingängigen Melodie gehört noch heute zu den meistgespielten nicht-militärischen Märschen. Verloren hat sich jedoch das Wissen, dass diese Komposition der Rudolstädter Heidecksburg gewidmet ist. Die Originalpartitur zeigt nämlich nicht die Heidecksburg sondern ein Phantasieschloss à la Neuschwanstein. Der Komponist Rudolf Herzer lebte in Rudolstadt. Er übertrug 1913 die Rechte an einen Berliner Verleger und hat in seinem kurzen Leben nie eine Aufführung im großen Orchester erlebt oder gar Tantiemen erhalten.