Archiv

Maskenball im Saal des Gasthauses zum "Ritter" von Cäcilie Kirchner, um 1840

Von Cäcilie Kirchner (1809-1867) haben sich einige aquarellierte Federzeichnungen im Museum erhalten, die uns mit ihrer naiven und heiteren Handschrift ein Bild Rudolstädter Häusergeschichte aus der Zeit um 1840 überliefern. Darunter befindet sich dieses einzigartige Aquarell, eine in warmen Farbtönen gehaltene Darstellung des „Rittersaales“ als Schauplatz eines Maskenballes mit zahlreichen Figuren und Gruppen in Phantasiekostümen. Auf einer Empore spielen Musiker. Der Saal zeigt eine bescheidene, klassizistische Architektur mit Säulen und einem schmückenden Wandfries. Maskenball im Saal des Gasthauses zum "Ritter" von Cäcilie Kirchner,
 um 1840
Das Gasthaus zum „Ritter“ wurde ab 1799 gebaut und erhielt mit dem ersten Pächter Johann Christoph Ritter 1801 seinen Namen. Anfang des 19. Jahrhunderts bildete das Haus einen Mittelpunkt bürgerlichen Kulturlebens in Rudolstadt. So fanden in den Räumen regelmäßig Musikabende sowie Zusammenkünfte von Vereinen und Gesellschaften statt. Maximilian Eberwein (1775-1831) veranstaltete sogenannte „Winterkonzerte“, bei denen sich das Publikum im Anschluss am kalten Bufett und beim Ball amüsierte. Ein besonderes Ereignis in der Geschichte des Gasthauses war 1844 das Konzert von Franz Liszt (1811-1886) mit dem italienischen Sänger Pantaleoni und der fürstlichen Hofkapelle.
1908 erfolgte der Umbau des Gebäudes in ein Geschäftshaus und der einst prächtige Rittersaal wurde 1910 zu einem Lichtspieltheater umfunktioniert. Mit der Schließung des Kinos 1996 verfiel das Gebäude zunehmend. Heute steht an dieser Stelle das nach dem Abriss 2003 neu errichtete Einkaufszentrum „Galeria“.

 

Zurück zur Archiv-Übersicht


Buchtipp

Buchcover: Schloss Heidecksburg. Die Sammlungen

Schloss Heidecksburg.
Die Sammlungen

Mehr

© 2009-2019    Thüringer Landesmuseum Heidecksburg Schlossbezirk 1 07407 Rudolstadt